A. Kaltenbacher
Mit Mozilla Firefox hat man einen Browser, der abseits vom Internet Explorer eine sehr gute Leistung liefert und der regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird. Zudem gibt es für dieses Programm Zusätze (Add-Ons), nämlich Erweiterungen, Themes ( neue Kleider ), Wörterbücher und Plugins. Im folgenden Artikel gehe ich auf ein paar - der sehr vielen - Erweiterungen und Themes ein.
Dieser Artikel wird wegen seiner Länge ein "Fortsetzungsroman", der sich in die folgenden Teile gliedert:Teil: Firefox und unentbehrliche Erweiterungen
Teil: Firefox und Erweiterungen, die einem das Leben erleichtern
Teil: Neue Kleider (Themes) für Firefox, sowie Thunderbird Erweiterungen und dessen Verkleidung (Themes)
Nichts ist so gut, dass man es nicht verbessern könnte. Das kann man auch vom Mozilla Firefox sagen; und für dieses Programm hat sich eine große Gemeinde von Programmierern gefunden, die Erweiterungen, sog. Add-Ons dafür erstellen. Einige davon halte ich für unentbehrlich, andere sind ein nice to have und wieder andere sind Spielereien, also etwas für jemanden, der schon alles auf seinem Rechner oder Browser hat. Unter https://addons.mozilla.org/de/Firefox/ (deutsche Anzeige) bzw. wer lieber englisch liest https://addons.mozilla.org/en-US/Firefox/ kann man sich das ganze Spektrum der Erweiterungen ansehen, herunterladen und ausprobieren. Seien sie jedoch vorsichtig, es kann vorkommen, dass sich manche Add-Ons "beißen", also gegenseitig beeinflussen. Wenn das vorkommt, müssen sie im Internet suchen, ob es zu Problemen kommen kann. In diesem Artikel gehe ich nur kurz auf die Erweiterungen ein, eine ausführliche Erläuterung würde den Rahmen sprengen, und viele Add-Ons ändern sich in der Version häufig, so dass neu hinzugekommene Features keinen Eingang fänden. Bei auftretenden Problemen oder Einschränkungen empfiehlt es sich, die Erweiterung zu deinstallieren und/oder im Internet nach dem Thema zu suchen.
Wie jedoch installiere ich Erweiterungen? Anhand eines Beispiels erläutere ich die allgemeine Vorgehensweise. Die Erweiterungen für Mozilla-Produkte haben die Datei-Endung .xpi Man kann diese Erweiterungen herunterladen, speichern und dann danach installieren oder beim Firefox unmittelbar herunterladen und installieren, wenn man der Quelle traut. Ein aktueller Virenscanner ist hier unabdingbar. Zunächst sollte die neueste Version des Mozilla Firefox auf dem System sein, zum Zeitpunkt meines Artikels ist das die Version 2.0.0.10, zumindest jedoch eine Version, die mit 2.0 beginnt. Über den Menüpunkt Extras → Add-ons

gelangt man auf die Fenster für Erweiterungen und Themes,

mit den beiden möglichen Links zum Herunterladen von Erweiterungen:
oder Themes:
Klickt man einen der Links an, landet man auf den Seiten, auf denen die Erweiterungen zu finden sind. Dort können die gewünschten Programmerweiterungen durch Anklicken des Links installiert werden (im Bild die deutsche Version als Beispiel zu sehen):

Nach einem Neustart des Browsers kann man die Erweiterungen nutzen. Umgekehrt
kann man Erweiterungen durch die Schaltfläche
ab dem nächsten
Browserstart abschalten und durch
vom System entfernen, so dass diese
Erweiterung nach dem nächsten Neustart von Firefox nicht mehr da ist. Weiterhin gibt
es noch die Fläche zum Prüfen und Herunterladen von Updates
.
Eine zweite Möglichkeit ist die, statt auf Installieren zu klicken, über die rechte
Maustaste die Erweiterung als Datei herunterzuladen und dann über den Menüpunkt
Datei → Datei öffnen ... die vorher herunter geladene Datei zu installieren.
Für wirklich notwendig halte ich Erweiterungen, die es mir erlauben, relativ sicher im Internet zu surfen, mit denen ich komfortabel gleichzeitig mehrere Dateien herunterladen kann oder die mir helfen beim Gestalten der Lesezeichen oder mit denen ich mir den Quelltext ansehen kann.
noscript
Zum sicheren Surfen zählt für mich, dass ich für jede aufgerufene Seite entscheiden
kann, was ich freigeben will (also z.B. Java oder Javascript) oder welche Seiten
zusätzlich noch aufgerufen werden und dass das "unrühmliche" Cross Site Scripting
.(XSS) verhindert wird. Um dieses Problem zu beheben, gibt es noscript, unter
http://noscript.net herunterladbar
(oder über die o. g. Links von Mozilla unter
https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/722).
Diese Erweiterung erlaubt es nach Installation für beinahe jede aufgerufene Seite im Internet,
Einstellungen bzgl. Scripting und Weiterleiten auf andere Seiten bzw. Aufruf anderer Seiten zu
treffen. Nach erfolgter Installation erhält man standardmäßig am rechten unteren
Rand des Browsers ein kleines Zeichen, das angibt ob und in wie weit
Einschränkungen beim Surfen getroffen wurden. Ich zeige dies anhand der Seite von Stern
Online (http://www.stern.de/)

Im unteren Bereich erkennen wir durch die entsprechende Meldung und durch das Symbol
,
dass Skripte - momentan - verboten sind. Über
oder über einen Klick
auf
kann man beispielsweise nun nach und nach entscheiden, welche weiteren
Seiten man aufrufen lassen will. Damit kann man verhindern, dass viele Werbeseiten
eingeblendet werden oder weitere Seiten geladen werden. Als Beispiel zeige ich,
welche weiteren Seiten eigentlich noch geladen würden:

Einzelne Web-Seiten können dauerhaft zugelassen werden; wenn man etwa die Seite der eigenen Firma aufruft, sollte man dieser Seite schon trauen können. Andere Seiten kann man temporär erlauben, also nur für den Zeitraum der Sitzung, beim nächsten Start von Firefox ist dann diese Seite wieder gesperrt. Andere Seiten wollen durchaus noch viel mehr laden, man kann nun einzelnen Seiten dauerhaft erlauben, geladen zu werden oder nur temporär für die Sitzungszeit. Über den Punkt Einstellungen ist es möglich, weitere individuelle Optionen zu treffen, dazu muss aber jeder selbst seine persönlichen Einstellungen suchen und finden. Mit noscript surft man m. E. wesentlich sicherer im Internet als ohne. Ich will nicht verhehlen, dass man zum Einen schon eine gewisse Skepsis beim Surfen und beim Einschalten von Seiten haben muss, zum Anderen kann es aber passieren, dass man entweder überhaupt nichts sieht oder die Anzeige auf dem Schirm nicht dem entspricht, was man gewohnt ist. Hier hilft ein bisschen herumexperimentieren. Für Surfer, die gerne an Gewinnspielen oder online-Panels (also Umfragen von Firmen) teilnehmen, ist es anfangs auch ungewohnt, denn hier werden meist Seiten fremder Firmen aufgerufen, was noscript zunächst unterbindet. Wenn man jedoch daran denkt, dass man dieses Add-On installiert hat, dann dürfte es keine größeren Probleme mehr geben. Diese Erweiterung wird fast wöchentlich, wenn nicht sogar öfter aktualisiert, es lohnt sich daher immer wieder die Schaltfläche "Updaten" zu klicken oder auf der Seite noscript.net "vorbeizuschauen". Über den Punkt Einstellungen ist es möglich, noscript weiter zu verfeinern, u. a. Positivlisten von Web-Seiten zu erstellen, Plug-Ins zu erlauben oder zu verbieten. Ich könnte noch länger über noscript schreiben, aber dann hätten wir einen Endlosroman und das wollte ich doch nicht.
Add N Edit Cookies
Viele Seiten im Internet wollen Informationen in Form von sog. Cookies auf unseren
Rechnern ablegen, das kann z.B. die letzte besuchte Seite sein, ein Warenkorb usw.
Manche Seiten lassen sich gar nicht aufrufen, wenn man Cookies deaktiviert hat. Zur
nachträglichen Bearbeitung von Cookies und deren Löschen (oder Ändern) gibt es
das Add-On Add N Edit Cookies
(https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/573).
Nach der Installation und dem Neustart des Browsers hat man unter Extras nun
den Cookie Editor, mit dem man die nicht mehr benötigten Cookies löschen oder sonstige
Cookies verändern kann. Das ist oft dann hilfreich, wenn Seiten aufgerufen wurden
und der Ladevorgang nicht bis zum Ende durchgeführt worden ist.

Add Bookmark Here und Bookmark duplicate detector
Unter https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/3880 erhält man
eine Erweiterung, die den Lesezeichen-Manager von Firefox weitgehend überflüssig
macht. Aufgerufene Seiten können mit einem (oder zwei) Mausklick(s) zu den
Lesezeichen oder (das dann bei mehreren Klicks) zu den einzelnen Ordnern hinzugefügt
werden. Für Surfer, die viele Seiten in die Lesezeichen übernehmen, ist dies ein
Utility, das man gut gebrauchen kann. Der Bookmark duplicate detector (bei Mozilla
unter https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/1553 zu finden) hilft
sehr, wenn man URLs übernehmen will und eine umfangreiche Ordnerstruktur hat.
Das Add-On zeigt, wenn eine URL bereits in der Liste der Lesezeichen ist und fragt
nach, ob man die URL trotzdem nochmals übernehmen will.
DownThemAll!
Nach Aussagen des Programmierers ist DownThemAll! der einzige in Firefox integrierte Download
Manager/Beschleuniger (bei Mozilla unter
https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/201 zu finden). Damit
kann man das Download von Dateien erheblich beschleunigen, der unschätzbare
Vorteil liegt aber darin, dass man eine Menge an gleichartigen Dateien - man denke
z.B. an PDF-Dateien - nur durch Markieren und Erzeugen eines sog. Filters auf
einmal in ein Verzeichnis herunterladen kann. Ich zeige dies einmal anhand eines
open books von O´Reilley, nämlich "Linux-Firewalls - Ein praktischer Einstieg", 2. Auflage
(http://www.ora.de/german/freebooks/linuxfire2ger/toc.html).
Hier findet man u.a. eine Liste mit PDF-Dateien der einzelnen Kapitel. Diese Liste
kann ich mit der Maus markieren und dann über die rechte Maustaste die Optionen
für DTA! auswählen:
Man erhält dann:

und hier sieht man sehr schön, dass man nach Auswahl eines zusätzlichen Filters und Angabe des Zielverzeichnisses eine Reihe von Daten automatisch speichern kann, ohne jede Datei einzeln abspeichern zu müssen.
IE Tab, IE View, IE View Lite
Manche Seiten lassen sich - leider - nicht ordnungsgemäß mit Firefox betrachten
und manche Erweiterungen fordern oftmals den Internet Explorer. Hierfür gibt es in
Firefox die Add-Ons
IE View (https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/35),
IE View Lite (https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/1429),
mit denen man eine Seite im Internet Explorer anzeigt, der als Anwendung eigens
gestartet wird.
IE Tab (https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/1419) dagegen
startet zwar auch den Internet Explorer, aber man verlässt Firefox nicht, man sieht
dies nur anhand eines kleinen Zeichens:
![]()
Also links wird die Seite mit Firefox angezeigt, rechts (im Firefox-Tab) mit dem Internet Explorer. In der Statuszeile von Firefox wird dies auch noch angezeigt:
![]()
Tab Mix Plus
Neben den in Firefox standardmäßig integrierten Funktionen zu Sitzungen und dem
integrierten Sitzungsmanager bringt Tab Mix Plus weiter reichende Möglichkeiten
(https://addons.mozilla.org/de/Firefox/addon/1122), Sitzungen zu
verwalten, zu laden und wieder herzustellen. So kann man beispielsweise eine
Sitzung mit mehreren Tabs und einigen geöffneten Firefox-Fenstern speichern lassen
(zusammen mit der Historie der aufgerufenen Seiten), um sie später wieder zu laden
usw. Außerdem kann man festlegen, wie die Tab-Leiste dargestellt wird (wo, wie viele
Zeilen usw.), man kann festlegen, was passieren soll, wenn man einen neuen Tab
öffnet, wie sich Firefox beim Öffnen von Fenstern über JavaScript verhält (z.B. kann
man hier festlegen, dass neu geöffnete Fenster nur als Tab erscheinen o.ä.).
Ich weiß, es gibt noch viel mehr Erweiterungen, auch welche, die man selbst als unentbehrlich erachtet. Sollten Sie Add-Ons kennen, die Sie für unentbehrlich halten, teilen Sie es mir mit, dann kann ich mir diese in Ruhe ansehen und vielleicht gibt es dann noch einen "fünften Teil der vierteiligen Trilogie" (in Anlehnung an einen berühmten Roman).
| Ansprechpartner im URZ: | Zimmer: | Telefon: | Mail: |
| Bernhard Brandel | IN: HB-201 | -18868 | bernhard.brandel |
| Alexander Kaltenbacher | IN: HB-203 | -1885 | alexander.kaltenbacher |
| Dr. Bernward Tewes | EI: eO-106 | -1667 | bernward.tewes |