Literaturverwaltung und Wissensorganisation mit Citavi

H. und P. Zimmermann


Haben Sie sich schon öfter gewünscht, die Ergebnisse Ihrer Literaturrecherche auf Knopfdruck in Ihre wissenschaftliche Arbeit einzufügen? Notieren Sie sich Zitate auf Karteikarten oder Zettel? Fertigen Sie Ihr Literaturverzeichnis von Hand an? Stellen Sie einen Zeitplan für die Anfertigung Ihrer Arbeit auf? Wenn Sie auch nur eine Frage mit einem "Ja" beantwortet haben, sollten Sie unbedingt weiterlesen. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hat mit einer Campuslizenz für das Literaturverwaltungsprogramm Citavi einen kostenfreien Zugang für Forschende, Lehrende und Studierende der KU geschaffen, der einen einfachen und intuitiv begehbaren Weg zur Beantwortung der obigen Fragen bietet.

Was kann Citavi

Citavi ist der Nachfolger des im wissenschaftlichen Bereich entstandenen Literaturverwaltungsprogramms LiteRat und hat den Anspruch, so bedienfreundlich und intuitiv nutzbar zu sein wie möglich.

Das unter Microsoft Windows-Betriebssystemen arbeitende Citavi-Programm gliedert sich in drei Bereiche: Literaturverwaltung, Wissensorganisation und Aufgabenplanung.

Gliederung in drei Bereiche

In den Bereich Literaturverwaltung fällt das Sammeln von Literaturzitaten entweder durch direkte Eingabe oder durch Recherche in Bibliothekskatalogen, das Ergänzen von Zitaten mit eigenen Anmerkungen und Kategorisierungen und schließlich das Einfügen von Zitaten in Textverarbeitungsprogramme mit der Generierung eines Literaturverzeichnisses.

Über die Wissensorganisation legt man eine Struktur der Arbeit an und kann zusätzlich einzelne Literaturzitate einer oder mehreren Struktureinheit(en) zuordnen. Die Strukturierung kann als Überschriftenhierarchie an ein Textverarbeitungsprogramm übergeben werden.

Mit der Aufgabenplanung steht dem Citavi-Nutzer ein elektronischer Kalenderplaner zur Seite, der insbesondere rechtzeitig an allfällige Rückgabetermine von entliehener Literatur erinnert.

Arbeiten mit Citavi

Die Arbeitsweise von Citavi erschließt sich am Besten durch das Arbeiten mit dem Programm: als Beispiel soll eine Seminararbeit mit dem Titel "Vom Problemlösen" dienen. Ziel der Arbeit soll das Festlegen der Struktur und der Aufbau einer Literaturliste sein. Wie ist die Vorgehensweise?

Die Reihenfolge der Bearbeitung einzelner Punkte kann je nach eigenen Vorlieben variieren.

Start von Citavi - Vergabe eines prägnanten Projektnamens

Nach dem Start von Citavi ist ein neues Projekt anzulegen, unter dem die Arbeit abrufbar ist. Zweckmäßigerweise steht jedes Projekt in einem eigenen Verzeichnis, das gesondert anzulegen ist.

Startbildschirm von Citavi

Anschließend zeigt Citavi ein mehrteiliges Fenster: oben eine Menüleiste, im linken Fensterviertel bieten deutschsprachige Hilfstexte mögliche Aktionen an, die sich je nach Kontext ändern, und die zusätzliche Möglichkeit, eine Citavi Kurzanleitung zu öffnen. Den verbliebenen Fensterbereich füllt ein Karteikarten-ähnlicher Eingabebereich für Literaturzitate.

Karteikarte für Zitate

Die Zitate können eigenhändig oder aber via einer Recherche in Online-Katalogen in die Karteikartenformulare eingefügt werden.

Recherche mit Citavi - Sammlung von Literaturzitaten

Eine Suche im Katalog der Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt (OPAC) oder anderen Katalogen startet ein Klick mit dem Mauszeiger auf die Schaltfläche "Recherchieren ...". Zunächst wählt man im Fenster "Projektname - Online recherchieren" die zu durchsuchenden Kataloge aus - findet sich der gewünschte Katalog noch nicht in der ausgewiesenen Liste, so kann dieser der vorhandenen Liste über eine Suche via "Diese Liste anpassen ..." (linke untere Ecke des Fensters) hinzugefügt werden. Ein Haken vor dem gewünschten Katalog wählt diesen für die Suche aus.

Bildschim für Online-Recherche

Nach Eingabe eines Suchbegriffs - im Beispiel "Polya" - stößt ein Klick auf die Schaltfläche "OK" die Suche an. Das Programm stellt eine Verbindung zu den ausgewählten Katalogen her und sucht dort nach dem angegebenen Begriff.

Das Ergebnis der Recherche wird in einem neuen Fenster "Projektname - Import" angezeigt.

Ergebnisfenster der Recherche

Ein Haken vor einem Titel markiert diesen für den Transfer in das Projekt, was nach einem Klick auf die Schaltfläche "In das Projekt übernehmen ..." geschieht.

Neben der direkten Recherche aus Citavi heraus ist natürlich auch der umgekehrte Weg möglich: Suche in einem Bibliothekskatalog, Export des Ergebnisses in einem geeigneten Datenformat - z. B. BiBTeX-Format oder wenigstens tabellarische Anordnung - und Import in Citavi.

Literaturbearbeitung und Strukturierung der Arbeit

Bei den Registerkarten zeigt eine blaue Schrift einen bereits mit Daten gefüllten Bereich an, eine graue Schrift hingegen einen noch datenlosen Bereich. Ein Klick auf einen Begriff in blauer Schrift öffnet ein Eingabefenster, um Text einzugeben oder Alternativen anzubieten.

Literaturzitate lassen sich in Citavi mit eigenen Anmerkungen aber auch mit Originalzitaten versehen, die in das Textverarbeitungsprogramm übernommen werden können. Textauszüge füllt man über einen Klick auf das Karteikartenregister "Zitate" ein, eigene Anmerkungen nehmen die "Freitext"-Felder unter der Registerkarte "Zusätze" auf.

Literaturbearbeitung und Strukturierung der Arbeit

Wissensorganisation

Unter Wissensorganisation verstehen die Schöpfer von Citavi die Verknüpfung der Gliederung mit Exzerpten, Schlagwörtern, Verweisen und Zitaten. Zentraler Punkt der Wissensorganisation ist die Strukturierung der Arbeit, in Citavi Kategoriensystem genannt. Einer Struktureinheit werden Originalzitate und Literaturzitate zugeordnet, die insgesamt in die Textverarbeitung übernommen werden können. Die Struktur der ganzen Arbeit wird durch Einrückungen abgebildet und bleibt dennoch jederzeit abänderbar. Damit behält jeder Autor die Struktur seiner Arbeit stets im Blick.

Das Zusammenspiel von Citavi mit der Textverarbeitung

Literaturverweise, Zitattexte und Literaturverzeichnisse generiert Citavi per Klick im Textverarbeitungsprogramm, wenn dieses wenigstens das rtf-Dateiformat versteht. Mit MS Word arbeitet Citavi über eine direkte Schnittstelle zusammen, mit anderen Textverarbeitungsprogrammen über die Zwischenablage.

Wie bekomme ich ein Literaturzitat in mein Textverarbeitungssystem?
–  Citavi und das Textverarbeitungsprogramm müssen gestartet sein.
Schritt 1:  In Citavi den Publikationsassistenten starten - entweder durch Tastendruck F7 oder über "Zitation" → Publikationsassistent ..."
Schritt 2:  Auswählen des gewünschten Zitats durch einen Klick mit der Maus und Einfügen an der Cursorstelle in der Textverarbeitung über Strg-W oder über "Zitation → Direkt in Word einfügen"". Im Text werden Platzhalter eingefügt, die im letzten Schritt korrekt ausgestaltet und mit der Literaturdatenbank verknüpft werden. Das Aussehen eines Zitats kann gezielt über die Zitationsoption "Mit Optionen kopieren/einfügen ..." eingestellt werden.

Zitat in Word einfügen

Schritt 3:  Zur Kontrolle bzw. zur Anfertigung der Endfassung wählt man den Zitation-Menüunterpunkt "Publikation formatieren" und übergibt das in der Textverarbeitung geschlossene Dokument mit den Platzhaltern. Vor der Ergebnisausgabe in eine neue Datei wählt man den gewünschten Zitationsstil, wie beispielsweise DIN 1505 oder APA 5th ed. Wichtig: die Ergebnisdatei muss verschieden von der Datei mit den Platzhaltern sein!

Publikation formatieren

Derzeit existiert eine recht überschaubare Anzahl an Zitationsstilen, die freilich eigenen Bedürfnissen angepasst werden können. Wünsche nach einem bestimmten, noch nicht vorhandenen Zitationsstil richten Sie bitte an einen der unten angegebenen Ansprechpartner.

Mit dem Formatieren der Arbeit generiert Citavi automatisch eine Literaturliste nach den Vorschriften des gewählten Zitationsstils am Ende der Arbeit.

Soll das Literaturverzeichnis als eigenständige Einheit zur Verfügung stehen, gelingt dies über den Citavi-Druck-Dialog: "Datei → Drucken". Als Resultat erhält man eine mit dem eingestellten Zitationsstil angefertigte Literaturliste im Citavi-Textverarbeitungsprogramm präsentiert, die weiterverarbeitet, in diversen Dateiformaten exportiert oder tatsächlich gedruckt werden kann.

Ein rascher Einstieg in das Arbeiten mit Citavi wäre damit geschafft. Neugierig geworden? Möchten Sie Citavi selbst auf die Probe stellen? Dann installieren Sie Citavi doch auf Ihrem PC!

Wie komme ich an das Programm Citavi?

Für die Büro-Arbeitsplätze an der Universität steht eine - in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek - an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Installationsdatei zur Verfügung. Wird die Installation auf einem Büro-Arbeitsplatz gewünscht, so wenden Sie sich bitte im Universitätsrechenzentrum an Herrn Leonhard Hüttinger oder Herrn Christian Schneider. Die Nutzung ist kostenfrei.

Citavi steht auch auf allen Rechnern der PC-Pools des Universitätsrechenzentrums zur Verfügung.

Eine Besonderheit des - aus Studiengebühren finanzierten - Citavi-Campusvertrags ist, dass alle Bediensteten und alle Studierenden der Universität auf ihren häuslichen Rechnern das Programm Citavi kostenlos nutzen dürfen. Wenn Sie dies wünschen, laden Sie bitte die Version Citavi Free von der Citavi-Homepage http://www.citavi.com/de/download/ herunter - alternativ können Sie sich auch die knapp 20 MB große Datei CitaviSetup.exe von i:ArchivCitavi auf ein Transportmedium kopieren. Um aus der zeitlich unbeschränkt nutzbaren und im Funktionsumfang hinsichtlich der Speichermöglichkeiten eingeschränkten Free-Version eine Vollversion Citavi Pro zu machen, können Sie über das Formular http://www.citavi.com/ku-eichstaett einen Lizenzschlüssel beziehen. Dazu müssen Sie auf dieser Webseite zunächst mitteilen, ob Sie Bediensteter oder Studierender sind, und werden dann zum eigentlichen Formular weitergeleitet. Neben den allgemeinen Angaben (Name, Vorname, Name der Hochschule) ist für Bedienstete die Eingabe des Titels (z. B. Prof. oder Dr.) und des Instituts (z. B. Lehrstuhl Erwachsenenbildung), für Studierende die Eingabe der Matrikel-Nummer und der Studienfächer (z. B. Deutsch, Informatik, Mathematik ... usw.) nötig. Unabhängig, ob Sie Bediensteter oder Studierender sind, müssen Sie Ihre universitätseigene E-Mail-Adresse angeben. Als Studierender haben Sie Ihre E-Mail-Adresse zusammen mit anderen Unterlagen bei der Einschreibung in der Studentenkanzlei erhalten; Bedienstete haben Ihre E-Mail-Adresse nach Dienstantritt im Sekretariat des Universitätsrechenzentrums bei der Beantragung Ihrer Benutzerkennung erhalten. Mit einem Klick auf "Ja" erklären Sie abschließend verbindlich Ihre Zugehörigkeit zur Hochschule. Ihre Eingaben werden dann mit dem Hinweis quittiert, dass Ihnen eine Bestellbestätigung und der Lizenzschlüssel in Kürze zugehen.

Nun sollte der Nutzung von Citavi nichts mehr im Wege stehen. Viel Erfolg beim Arbeiten mit Citavi!

Rückmeldungen und Anregungen nehmen wir gerne entgegen:


Ansprechpartner im URZ:Zimmer: Telefon: Mail:
Heribert ZimmermannEI: eO-003-1662heribert.zimmermann
Peter Zimmermann EI: eO-106 -1351peter.zimmermann
Ansprechpartner in der UB:Zimmer: Telefon: Mail:
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