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Sébastien Gregov hat im September 2008 die Programmverantwortung für den "double cursus" von Ulrike Huet übernommen. Jean Charar, Studierender des DFS, hat ihm einige Fragen gestellt. "Eine Fremdsprache kann man nur mit Haut und Haaren lernen...“ Woher kommt ihr Bezug zu Deutschland und den deutsch-französischen Beziehungen? Fast zufällig. Als Kind fuhr meine Familie immer über Deutschland nach Kroatien, da mein Vater von dort stammt. Für die Zeit in Deutschland brauchte mein Vater einen Dolmetscher. Später habe ich zwei Jahre in Graz gearbeitet und schnell eine Begeisterung für Land und Leute entwickelt. Deutschland kenne ich nur von zahlreichen Aufenthalten, hauptsächlich schulischer und akademischer Art. Wie ist ihr beruflicher Werdegang? Was haben Sie gemacht bevor Sie ans IEP gekommen sind? Ich war Deutschlehrer an einem Lycée in der Nähe von Paris und habe mehrmals jährlich insgesamt über 15 Mal Schüleraustausche nach Deutschland organisiert. Deutsch im Unterricht ist wie Trockenschwimmen es macht wenig Sinn. Man muss mit den Schülern in das Land gehen. Aus dieser Zeit stammt auch die Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Jugendwerk (Brigitte-Sauzay-Programm: drei Monate; Voltaire-Programm: sechs Monate). Das war eine tolle Erfahrung. Was möchten Sie im DFS erreichen? Ich will, dass die Deutschen und Franzosen einander so gut kennen, dass sie sich sowohl kritisieren als auch bewundern können dann aber über diese Hassliebe-Geschichte hinaus, dass sie sich bis auf Mark und Knochen kennen. Ich möchte eine bessere Annäherung der beiden Völker erzielen auch über Klischees hinweg und somit mehr als nur politische Einstimmigkeit. Als Kind wollten Sie sein wie...? ...ein Feuerwehrmann: Leute entflammen und im Krisenfall löschen. Eine Fremdsprache kann man nur mit Haut und Haaren lernen. Nicht nur auf intellektueller Ebene. Deswegen das Element Feuer. Feuer verändert seine Person. Dies passiert in drei Schritten. Erstens: Man vergisst sich selbst. Man gibt sich der Sprache völlig hin. Das ist die „Verfremdungsphase“. Zweitens: Man verinnerlicht die Sprache. Drittens: Man wird ein neuer Mensch. Erst dann kann man zurück in die eigene Kultur kommen. Ich habe den Umweg über Österreich gebraucht, um bewusst Franzose zu werden. Sprache ist für mich nicht nur Kommunikationsmittel, es ist das Gerüst des Denkens. Darum kann man sich eine distanziertere Sichtweise leisten, schöpfend aus der Bikultur. Was bringt Sie auf die Palme? Unwissenheit. Ohne Selbsterkenntnis bleibt man stehen. Wie ein österreichischer Wanderspruch besagt: „Wer rastet, der rostet“. Was liegt Ihnen sehr am Herzen? Einander verstehen und lieben, weil die Welt sonst in eine Sackgasse verläuft. Interview vom 09.10.2008, durchgeführt von Jean Charar Zu Ulrike Huet, Vorgängerin von Sébstien Gregov >> mehr
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